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23. November 2017 | PM 09/2017

Potentiale und Visionen in der ukrainischen Agrarwirtschaft

Diskussionsveranstaltung auf der Agritechnica 2017 in Hannover

Der Deutsch-Ukrainische Agrarpolitische Dialog (APD) richtete in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (OA), der DLG e.V. und dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) am 14. November 2017 auf der Agritechnica in Hannover eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Potentiale in der Landwirtschaft der Ukraine – Visionen der ukrainischen Agrarwirtschaft“ aus. Auf dem Podium tauschten sich deutsche und ukrainische Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbandswesen, Agrarwirtschaft und Wissenschaft zu den Entwicklungsperspektiven des ukrainischen Agrar- und Ernährungssektors aus. Dabei stellte auch der neue ukrainische Dachverband Nationales Ukrainisches Agrarforum seine Visionen zur Erschließung der Potentiale vor.

Der parlamentarische Staatsekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Peter Bleser, verwies auf die Produktionspotentiale in der Ukraine, die es weiterhin zu heben gilt. Olga Trofimzewa, stellvertretende Ministerin für Agrarpolitik und Ernährung der Ukraine, betonte unter anderem die Bedeutung einer diversifizierten sektoralen Exportstrategie, welche insbesondere den Anteil hochwertiger, verarbeiteter Produkte oder den Export von Agrartechnologie ausbauen soll. Mariia Didukh präsentierte den neu gegründeten Dachverband Nationales Ukrainisches Agrarforum, welcher aus einem Zusammenschluss von fünf großen Agrarverbänden der Ukraine besteht. Als wichtige sektorale Entwicklungsziele stellte die Direktorin des Verbandes neben Produktivitätserhöhungen und der Verbesserung von Produktqualität und -sicherheit auch auf die Generierung neuer Absatzmärkte, der Verbesserung der Reputation der ukrainischen Agrarwirtschaft und die Stärkung von Produkten „Made in Ukraine“ ab. Werner Hilse, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, verwies auf Herausforderungen etwa bei der Gestaltung einer klimagerechten Produktion und bei der zunehmenden Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Ansprüchen und landwirtschaftlicher Produktionsrealität. Er stellte den Austausch mit gesellschaftlichen Anspruchsgruppen als wichtiges Element der Verbandsarbeit heraus.

In der anschließenden Podiumsdiskussion verwiesen Taras Vysotskyi, Generaldirektor des Ukrainischen Agribusiness Clubs, und Pawel Koval, Ukrainische Agrarkonföderation, darauf, dass insbesondere institutionelle Hindernisse für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Sektors und zur Sicherung von langfristigen Investitionen überwunden werden müssten. Der Dialog zwischen den verschiedenen Stakeholdern sei hier von großer Bedeutung. Dirk Stratmann, Ländersprecher Ukraine der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft, stellte Budgetsicherheit als einen wichtigen Erfolgsfaktor für die Startphase des neu gegründeten Dachverbands heraus. Zusätzlich empfahl er, mit unterschiedlichen Arbeitsbereichen der Heterogenität der Marktteilnehmer Rechnung zu tragen. Philipp Schulze-Esking, Vizepräsident der DLG e.V. betonte das Potential eines Dachverbandes zur Bündelung und Kommunikation der Interessen. IAMO-Direktor Alfons Balmann zeigte mit Blick auf die betrieblichen Produktivitätsreserven auf, dass Produktivitätssteigerungen nicht automatisch mit erhöhter Rentabilität einhergehen. Besondere Herausforderung für den Sektor und damit auch Ansatzpunkte weiterer Verbandsarbeit liegen unter anderem bei der Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte und der Entwicklung von IT Strukturen, die einer wissensintensiven Landwirtschaft gerecht werden.

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Über das IAMO

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

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