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RuWell-Forschendenteam auf Feldstudie in Albanien und Kosovo

20. Januar 2023 - Im Oktober 2022 unternahm das RuWell-Forschendenteam um Antje Jantsch und Arjola Arapi-Gjini eine vorbereitende Feldforschung im ländlichen Albanien und Kosovo. Ziel war es, den entwickelten Interview-Leitfaden für die geplante qualitative Forschung zu testen.

Das RuWell-Projekt untersucht die Rolle der Ortsverbundenheit bei (Im-)Mobilitätsentscheidungen der Landbevölkerung sowie die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf ihr Wohlbefinden. Die Wissenschaftler:innen besuchten verschiedene Forschungsstandorte in Albanien in den Bezirken Korcë, Berat und Tirana sowie in Kosovo in der Gemeinde Podujevë. Sie sprachen mit Landwirt:innen und Menschen in ländlichen Gebieten mit unterschiedlichem soziodemographischem Hintergrund. Erste Beobachtungen zeigen, dass soziokulturelle Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, wirtschaftliche Lage, Familie und Gemeinschaft wichtige Einflussfaktoren für die Ortsverbundenheit sind. Investitionen in Immobilien und Unternehmen scheinen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Ortsverbundenheit zu spielen. Jedoch war weniger klar, was für eine Rolle die natürliche Umwelt bei der Ortsverbundenheit und bei Migrationsentscheidungen spielt, sodass neue Fragen entwickelt werden müssen, um diese Aspekte zu erfassen.

Die vorläufigen Feldstudien deuten auch darauf hin, dass zwischen Ortsverbundenheit und den Indikatoren des Wohlbefindens eine mögliche Überschneidung besteht. Dies wirft die Frage auf, welche Rolle genau genau das Konzept der Ortsverbundenheit für das Wohlbefinden spielt. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass die Art der Bindung an einen Ort negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben könnte. Dabei ist zu unterscheiden, ob die Menschen sich "gezwungen" fühlen zu bleiben – zum Beispiel aufgrund familiärer Verpflichtungen wie der Pflege der Eltern –, oder ob sie vielmehr bleiben wollen, weil ein Ort für sie besonders attraktiv ist.

Diese vorläufigen Beobachtungen werden sorgfältig in einen endgültigen Interview-Leitfaden für die kommende qualitative Forschung eingearbeitet, die voraussichtlich im März 2023 starten soll.