Hilfsnavigation

Zur Navigation - Zum Inhalt

Sie befinden sich hier:
Inhalt

ICT4BXW@Scale – Plattformübergreifende Bereitstellung von gemeinsam entwickelten Tools zur landesweiten Prävention und Kontrolle der Bananen-Xanthomonas-Welke (BXW) in Ruanda: Skalierung der Innovation für eine effizientere Bananenproduktion und eine erhöhte Lebensmittelsicherheit (Multiplatform delivery of co-developed tools for national control and prevention of Banana Xanthomonas Wilt (BXW) in Rwanda: Scaling innovation for enhanced Banana production and Food Security)

Forschungsschwerpunkt:
Organisation der Agrarproduktion

Projektlaufzeit:
01.07.2021 - 31.12.2023

Ziel des Projektes ist es, die Bananenproduktion und die Lebensmittelsicherheit auf nationaler Ebene in Ruanda zu verbessern. Die Forschenden schlagen die Durchführung der Skalierungsphase von ICT4BXW in Ruanda als einen Schritt zur Skalierung der Innovation entlang des R4D-Kontinuums vor, um das Angebot der zuvor gemeinsam entwickelten Tools und Wissensprodukte für die BXW-Kontrolle zu erweitern. Es soll ein direkter Einfluss der BXW-Kontroll-Tools durch einige, wenige landwirtschaftliche Kleinbetriebe während der Pilotphase geschaffen und dadurch die familiengeführten Bananenanbaubetriebe im ganzen Land (etwa 50% männlich und 50% weiblich) erreicht werden, indem sie die Möglichkeit erhalten, die BXW zu bekämpfen, ihre Produktivität durch gesündere Bananenpflanzen zu verbessern und damit ihre Lebensgrundlage zu sichern. Um dies erreichen zu können, bauen die Wissenschaftler:innen die verschiedenen Plattformen und Tools aus, die die Skalierungspartner:innen zurzeit verwenden (wie zum Beispiel IVR, Chatbots, USSD), und mit den einfachen Mobilgeräten kompatibel sind, die gegenwärtig von der Mehrzahl der Landwirt:innen genutzt werden. Sie kombinieren diese Maßnahmen mit Investitionen in die Kapazitätsentwicklung der digitalen Kompetenz, Best Practises für den Bananenanbau, die Bereitstellung einheitlicher Daten und Informationen sowie die Aufklärung und den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Politik und Stakeholdern.

I. Smartphone-basiertes, digitales Überwachungstool zur BXW-Prävention und -Kontrolle;
II. Schrittweise Einführung der Diagnosetools und Entscheidungshilfen für ein wirksames BXW-Management;
III. Maßgeschneiderte BXW-Management-Methoden, einschließlich Empfehlungen zum agrartechnischen Anbau von gesunden Bananenpflanzen;
IV. Verlässliche Roadmap zum proaktiven Ausbau des Angebots für die Banane und die BXW-Kontrolle.

Kontext: In den vergangenen zwei Jahren wurde die Idee der aktiven Einbeziehung der Landwirt:innen sowie Agrarberater:innen in die Nutzung von ICT-Tools zur Verbesserung der BXW-Kontrolle und -Prävention vom Konzeptnachweis bis zur Pilotphase entlang des R4D-Kontinuums weiterentwickelt. Dabei konnte eindeutig gezeigt werden, dass die Skalierung machbar ist und auch nachgefragt wird. Während der Implementierung kamen Human-Centered-Design-Prinzipien und die Bürgerwissenschaft zur gemeinsamen Entwicklung eines voll funktionsfähigen, digitalen Überwachungssystems (Tool + Frühwarnplattform) zur Anwendung, die zu einer kosteneffizienten Überwachung und Kontrolle der BXW beitragen können. Bei diesem Prozess der gemeinsamen Entwicklung, der unter der Bezeichnung ICT4BXW bekannt geworden ist, wurde bewusst das Verständnis und die Berücksichtigung der kontextspezifischen Gegebenheiten unter gleichzeitiger Einbeziehung von kritischen Hinweisen der verschiedenen Zielanwender:innen [der Folgenutzer:innen und Endnutzer:innen] in den Fokus gerückt. Die Aktivitäten während des Konzeptnachweises und der laufenden Pilotphase waren auf ausgewählte Regionen und Zielnutzer:innen in Ruanda mit unterschiedlichen Merkmalen wie Geschlecht, Bildung, Einkommen, Bananenproduktionssystem und Agrarökologie ausgerichtet. Die Grundannahme ist, dass die verschiedenen Kohorten von eingebundenen Nutzer:innen und Stakeholdern (5 Regierungsbeamt:innen/ 8 Agrarwissenschaftler:innen/ 16 Agrarförder:innen/ 698 Bananenbauern und -Bäuerinnen) in 138 Dörfern aus 28 Sektoren in 8 Bezirken repräsentativ für die Gesamtbevölkerung Ruandas (> 600.000 Haushalte) sind, was eine Skalierung der ICT4BXW-Innovationen erleichtern würde. Die Innovationen, die im Rahmen dieses Projekts entwickelt wurden, bilden den Ausgangspunkt für weitere strategische Einsatzmöglichkeiten für die Menschen vor Ort, die darauf abzielen, sie mit Hilfe von [nicht-]digitalen Tools an der BXW-Kontrolle und der Förderung gesunder Bananenanbausysteme zu beteiligen. Das führte zu einer neuen und für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit mit potenziellen Skalierungspartner:innen, die dem Prozess und den Zwischenergebnissen einen hohen Stellenwert beimessen und eine Vorstellung von den Auswirkungen der Projektaktivitäten haben. So trat beispielsweise ein internationales Sozialunternehmen (Viamo), das nicht zu den Partnern gehört, an die Forschenden mit der Bitte heran, ihnen Zugang zu den bewährtesten Bananenanbaumethoden zu gewähren, was als Zusatzmodul in das gemeinsam entwickelte digitale BXW-Tool integriert wurde. Durch die Bereitstellung der Inhalte während eines begrenzten Zeitraums (ca. 8 Wochen) auf einer interaktiven Voice-Response (IVR)-Plattform konnte Viamo die Nachfrage nach diesem Produkt und die Möglichkeit einer schnellen Verbreitung im ganzen Land anhand einer Rekordzahl von über 11.000 Zugriffen auf die Inhalte belegen.

Das International Institute of Tropical Agriculture (IITA) ist die projektleitende Einrichtung. Die wichtigsten Partner und Stakeholder sind das IARCs IITA und Bioversity International, das IAMO, das Rwanda Agriculture Board (RAB), Kleinbauern und -bäuerinnen (mit unterschiedlichem sozioökonomischem Status, Geschlecht und Altersgruppen) sowie Akteure des Privatsektors (IKT-Entwickler und Mobilfunkanbieter).