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Agrarproduktion und weltweite Ernährungssicherung in Osteuropa

Am 19. Januar 2024 diskutierten auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) internationale Podiumsgäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zum Thema „Souverän, resilient, nachhaltig. Welternährung und agrarische Produktion der Zukunft auf dem eurasischen Kontinent“. Das Podium fand im Rahmen der Internationalen Grünen Woche statt.

Das Fachpodium wurde mit einer aufgezeichneten Grußbotschaft des Landwirtschaftsministers Cem Özdemir eröffnet.

Anschließend präsentierte IAMO-Wissenschaftlerin Franziska Appel einen Vortrag zum Thema „Resilienz in der Landwirtschaft“. Anhand der Ergebnisse des EU-Forschungsprojektes „SURE-Farm“ erläuterte sie, welche Fähigkeiten und Politikmaßnahmen geeignet sind, um die Resilienz von Agrarsystemen gegenüber zukünftigen Herausforderungen und veränderten Rahmenbedingungen zu erhöhen.

Dirk Stratmann, Ländersprecher Ukraine und Zentralasien bei der German Agribusiness Alliance, stellte die Podiumsgäste vor und führte thematisch in die Diskussion ein.

Der Vize-Agrarminister der Ukraine, Markjan Dmytrasewitsch, beschrieb, dass sich das Land in den letzten 30 Jahren von einem Weizenimporteur zu einem Weizenexporteur entwickelt habe. Die Ukraine nehme damit eine zentrale Stellung auf dem Weltmarkt ein. Dieser Erfolg sei weniger auf staatliche Subventionen, sondern vielmehr auf die Initiative der Landwirte und Landwirtinnen sowie den Einsatz neuer Technologien zurückzuführen. Auch wenn der Angriffskrieg vielerorts Landtechnik und Silos zerstört und die Landwirtschaft geschwächt habe, solle zukünftig die Produktion und Wertschöpfung ukrainischer Nahrungsmittel gesteigert werden.

Leiterin des Deutsch-Ukrainischen Agrarpolitischen Dialogs, Mariya Yaroshko, erklärte in ihren Ausführungen, dass sich die ukrainische Landwirtschaft in einem Transformationsprozess befinde. Die Ukraine besitze große Potenziale, um in der Lebensmittelproduktion neue Märkte zu öffnen und Nischen abzudecken. Dafür sei das Land jedoch auf die Unterstützung der EU durch einen intensiven Informationsaustausch angewiesen. Yaroshko sei es ein besonderes Anliegen, dass die Ukraine in der Europäischen Union als ein wichtiger Handelspartner gesehen wird, der zu einer stärkeren Marktposition der EU und weltweiten Ernährungssicherung beitragen könne.

Das Unternehmen Horsch Maschinen GmbH ist auf die Entwicklung neuer Technologien im Ackerbau spezialisiert. Die Geschäftsführerin Cornelia Horsch erläuterte, dass immer mehr Menschen auf der Welt ernährt werden müssen, jedoch weniger Fachkräfte in der Landwirtschaft arbeiten möchten. Dies bedürfe der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung in der Landwirtschaft. Um die Erträge zu erhöhen, werden Landmaschinen fortlaufend an die Bodenbedingungen und klimatischen Veränderungen angepasst.

Aufgrund des Angriffskrieges gingen bisher, insbesondere im Süden der Ukraine, viele Anbauflächen verloren, berichtete Anastasiia Bilych, Marketingchefin der Firma Arnika Organic Kyiv. Des Weiteren wurde Landtechnik zerstört, Transportwege erschwert, Erzeuger nicht mehr zertifiziert und viele Fachkräfte in der Landwirtschaft wanderten ab. Dennoch konnten durch Investitionen in der ukrainischen Landwirtschaft, darunter auch Biolandbau, hohe Erträge und weitreichende Exporte bis nach Japan und Amerika erzielt werden. So sei derzeit vor allem die Beständigkeit von Zuwendungsgebern und Vertragspartnern entscheidend.

Die Podiumsdiskussion wurde gemeinsam vom IAMO und German Agribusiness Alliance (GAA) in Kooperation mit dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft organisiert. Hier finden Sie weiterführende Informationen zur Veranstaltung.

Über das GFFA

Das 16. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) fand vom 17. bis 20. Januar 2024 unter dem Titel „Ernährungssysteme der Zukunft: Gemeinsam für eine Welt ohne Hunger“ in Berlin statt. Das GFFA ist eine internationale Konferenz zu agrar- und ernährungspolitischen Fragen. Es wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Kooperation mit dem Senat von Berlin und der Messe Berlin GmbH veranstaltet.


Kontakt

Dr. Franziska Appel

Dr. Franziska Appel

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Gleichstellungsbeauftragte
Zimmer: 138

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