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GFFA-Fachpodium: „Drei Seiten einer Medaille: Landwirtschaft und Wasser in China“

19. Januar 2017 - Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2017 organisiert das IAMO gemeinsam mit der German Agribusiness Alliance beim Ostasiatischen Verein e.V. (OAV) und dem Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum (DCZ) auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) eine Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung findet am 20. Januar 2017 von 10:00 bis 12:00 Uhr im CityCube Berlin (Ebene 3, M1) statt.

China zählt zu den Ländern mit der niedrigsten Wasserverfügbarkeit pro Kopf. Das Land leidet regelmäßig unter starker Dürre, die wachsende Urbanisierung treibt die Wassernachfrage in den Städten nach oben. Allein in der semiariden nordchinesischen Ebene leben 440 Mio. Menschen, denen pro Kopf und Jahr nur 462 cbm Wasser zur Verfügung stehen – das ist weniger als die Hälfte dessen, was die Vereinten Nationen als Wasserknappheitsgrenze definieren. Der Verbrauch der Industrie und der privaten Haushalte nimmt ständig zu. In China kommt der Nahrungsmittelproduktion zur Ernährungssicherung (Selbstversorgungsgrad 95 %) eine strategisch essentielle Bedeutung zu. Die Landwirtschaft ist daher traditionell der Wirtschaftssektor mit dem größten Wasserverbrauch, weist aber gleichzeitig sehr niedrige Ausnutzungsraten von häufig nur <1 kg Kornertrag pro cbm Wasser auf. Zudem ist die Landwirtschaft einer der Hauptverursacher für die Belastung von Grund- und Oberflächenwassern.

China hat 2015 seinen Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Kontrolle der Wasserverschmutzung veröffentlicht. Die aufgrund des stark wachsenden Wasserbedarfs aller Sektoren sich verschärfenden Nutzungskonflikte zwischen Sektoren und Regionen erfordern auch von der Landwirtschaft in China neue Strategien in Richtung nachhaltigerer Nutzung dieses knappen Guts. Effizienteren Technologien zur Bewässerung in der Landwirtschaft kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu. Eine zweite Strategie stellen neben der Umstellung auf wassersparende Fruchtfolgen, züchterische Maßnahmen zur Einführung von Pflanzensorten mit geringerem Wasserbedarf, größerer Trockenheitsresistenz und stärkerer Salztoleranz dar. Schließlich kommen Maßnahmen zur Reduzierung negativer Effekte der Landwirtschaft auf Oberflächen- und Grundwasser durch Abfälle aus der Tierhaltung sowie des Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatzes zum Einsatz. Alle Strategien gehen mit einer stärkeren Betonung nachhaltigerer landwirtschaftlicher Produktionsweisen durch die chinesische Regierung sowie einer hohen Erwartung an verbesserte Produktqualität durch die Verbraucher einher.

Auf dem Fachpodium diskutieren chinesische und deutsche Vertreterinnen und Vertreter aus der Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Nicht-Regierungsorganisationen über Potentiale und Risiken dieser drei Strategien aus unterschiedlichen Perspektiven mit Bezug zu aktuellen Praxisbeispielen.

PROGRAMM

Begrüßung
Torsten Weber, Mitglied im Vorstand des Ostasiatischen Vereins (OAV); Geschäftsführer REMONDIS International GmbH
 
Grußworte
Friedrich Wacker, Leiter der Unterabteilung für internationale Beziehungen, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Tang Shengyao, Leiter der Unterabteilung für internationale Beziehungen, Ministerium für Landwirtschaft der VR China
 
Moderation
Prof. Dr. Thomas Herzfeld, Direktor, Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)
 
Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Mei Xurong, Generaldirektor Abteilung Wissenschaftsmanagement, Chinesische Akademie für Agrarwissenschaften (CAAS)
Dr. Josef Bosch, Geschäftsführer, FarmFacts GmbH (a BayWa company)
Prof. Dr. Qu Wei, Universität Lanzhou
Prof. Dr. Markus Disse, Lehrstuhl Hydrologie und Flussgebietsmanagement, Technische Universität München
Zhang Haijiang, Project Officer, The Nature Conservancy

Es werden Simultanübersetzungen in die deutsche, englische und chinesische Sprache angeboten.

Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) 2017
„Landwirtschaft und Wasser – Schlüssel zur Welternährung“
19. - 21. Januar 2017 ǀ Berlin