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01. September 2020 | PM 08/2020

Politikoptionen zur Stärkung der Resilienz der Landwirtschaft angesichts demographischer Herausforderungen

IAMO veröffentlicht Policy Brief im Rahmen des SURE-Farm-Projektes

Das von der Europäischen Union geförderte Projekt SURE-Farm erarbeitet Grundlagen zum besseren Verständnis der Nachhaltigkeit und Resilienz der europäischen Agrarsysteme. Ein aktueller Policy Brief des Projektes diskutiert Politikoptionen zum Umgang mit demographischen Herausforderungen des Agrarsektors.

In den kommenden Jahrzehnten wird in der EU die Generation der Baby Boomer in den Ruhestand gehen. Die neu in den Arbeitsmarkt eintretenden jüngeren Generationen sind zahlenmäßig wesentlich kleiner. Daher steht auch der Landwirtschaft ein Generationswechselproblem bevor. Die bestehende EU-Agrarpolitik adressiert die Herausforderungen des landwirtschaftlichen Generationswechsels bislang durch eine starke Fokussierung auf Hofnachfolgen. Implementiert ist dies derzeit vor allem durch die Gewährung von Junglandwirteprämien in Form von Zahlungen nach Hektaren bewirtschafteter Fläche an Landwirtinnen und Landwirte bis zu einem Alter von 40 Jahren. Allerdings erfolgen diese Zahlungen ohne Bezug auf einen Businessplan oder nachhaltige Einkommensperspektiven des jeweiligen Betriebes und wurden bereits vom Europäischen Rechnungshof als unwirksam kritisiert. Auch die Autorinnen und Autoren dieses Policy Briefs kommen basierend auf Simulationsanalysen für ausgewählte Regionen und Rückmeldungen der Stakeholder zu dem Schluss, dass diese Zahlungen bestenfalls als eine weitgehend wirkungslose Verschwendung von Steuermitteln angesehen werden können. Die Fokussierung auf den Erhalt bestehender Agrarstrukturen gehe bereits an den bereits ohnehin enormen sektoralen Herausforderungen vorbei, wonach sich viele Landwirtinnen und Landwirte trotz umfänglicher Förderung aufgrund ihrer technischen wie auch ökonomischen Ineffizienz unter enormen wirtschaftlichen und sozialen Druck sehen.

Um den Agrarsektor in Zeiten zunehmenden Anpassungsdrucks bei der Bewältigung der demographischen Herausforderungen zu unterstützen, sollte sich das politische Handeln vor allem auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte sowie innovative Neueinstiege in den Sektor konzentrieren. Entsprechend ergeben sich Forderungen nach einer stärkeren Unterstützung von Aus- und Weiterbildung von Arbeitskräften, die Erhöhung der Attraktivität ländlicher Gebiete für junge Familien, eine höhere Offenheit für alternative landwirtschaftliche Geschäftsmodelle sowie klare und konsistente Politiken, die eine langfristige Orientierung bieten.

Der SURE-Farm Policy Brief „Politikoptionen zur Stärkung der Resilienz der Landwirtschaft angesichts demographischer Herausforderungen“ ist in deutscher und englischer Sprache erscheinen. Die Ausgaben können auf der nachfolgenden Internetseite kostenfrei heruntergeladen werden: www.surefarmproject.eu/deliverables/policybusiness-briefs-and-short-communications.

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Weitere Informationen

Das Kooperationsprojekt „Towards SUstainable and REsilient EU FARMing systems“ (SURE-Farm) wird von der Wageningen University & Research, Niederlande, federführend geleitet und von 15 weiteren Partnern, darunter das IAMO, aus 13 Ländern Europas unterstützt. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union. Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite: www.surefarmproject.eu.

Über das IAMO

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)
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