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13. Dezember 2018 | PM 09/2018

Neue Technologien und Herausforderungen im Kampf gegen die Dürre

Fachpodium auf der Internationalen Grünen Woche 2019 in Berlin

Trockenheit ist längst kein Thema mehr, welches lediglich in ariden und semiariden Regionen die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung bedroht. Wie der letzte Sommer gezeigt hat, sind solche Dürreperioden mittlerweile auch im gemäßigten Klima Mitteleuropas angelangt. Das wirksame Gegensteuern durch Regierungen, Wirtschaft und Wissenschaft erfordert den Einsatz modernster Technologie, um exakte Ertragsdaten zu erfassen und auszuwerten. Vor diesem Hintergrund werden auf dem Fachpodium mit dem Titel „Digitaler Kampf gegen die Dürre – Neue Technologien und Herausforderungen ihrer Umsetzung“ bisherige Erfahrungen, digitale Lösungsansätze und Implementierungshindernisse in verschiedenen Regionen diskutiert. Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) am 18. Januar 2019 im CityCube Berlin statt.

Die klimatischen Veränderungen der letzten Jahre erhöhen massiv die Risiken landwirtschaftlicher Produzenten sowohl im Pflanzenbau als auch in der Tierzucht. Immer häufiger fügen Dürren der Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung in ariden und semiariden Gebieten empfindlichen Schaden zu. So verursachten allein in Zentralasien die Trockenperioden 2001-2003 und 2007-2008 die verheerendsten Dürren in der Geschichte der Region und zogen zahlreiche soziale und ökonomische Probleme nach sich. Auch in China und der Mongolei beeinträchtigen Dürren zunehmend die landwirtschaftliche Nutzung verfügbarer Flächen. Im Jahr 2018 waren in einem bislang unbekannten Ausmaß auch gemäßigte Klimazonen wie Mitteleuropa von Dürreschäden betroffen. Diese Häufung extremer Wetterereignisse wird Prognosen des Weltklimarates IPCC zufolge auch in den nächsten Jahren in weiten Teilen der Welt zunehmen.

Regierungen, Wirtschaft und Wissenschaft weltweit sind bei der Minderung von Klimarisiken und der Abfederung extremer klimatischer Schocks gefordert. Auf der einen Seite kann die Agrarwirtschaft durch effizientes Ressourcenmanagement und Zuchtfortschritte einen Beitrag für eine verstärkte Klimaresilienz leisten. Weitere Formen marktbasierten Risikomanagements sind indexbasierte Agrarversicherungen, die Unternehmern finanzielle Absicherung im Fall von Ernteausfällen bieten. Für marktbasiertes Klimamanagement ebenso wie für staatliches Eingreifen (etwa zur Katastrophenhilfe) ist man allerdings immer auf exakte Ertragsinformationen angewiesen. Zentrale Herausforderung ist hierbei eine zeitnahe Schadensmessung, um schnell und effizient Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Die digitale Revolution bietet Lösungsmöglichkeiten, insbesondere durch verschiedene Formen der Datenerfassung, Verarbeitung und Kommunikation an den Endnutzer. Während die Bandbreite der verfügbaren Technologien groß ist, bestehen sowohl in Schwellen- als auch in Industrieländern verschiedene Implementierungshindernisse – insbesondere in Fragen der Wirtschaftlichkeit, Datensicherheit und Vernetzung.

Das geplante Fachpodium präsentiert digitale Lösungen zum Umgang mit Ernteverlusten durch klimatische Veränderungen. Es analysiert Implementierungshindernisse und diskutiert neuartige Lösungsansätze und bisherige Erfahrungen. Ein Fokus soll in der Debatte auf Erfahrungen aus der Ukraine, Südosteuropa, Zentralasien und China gelegt werden. Hieraus sollen Rückschlüsse auf andere Weltregionen gezogen werden.

Die Veranstaltung auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) findet am 18. Januar 2019 in der Zeit von 10:30 bis 11:45 Uhr im CityCube Berlin (Ebene 3) statt. Das Fachpodium wird vom IAMO gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss - Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft e.V. organisiert. Es werden Simultanübersetzungen auf Deutsch, Englisch und Chinesisch angeboten. Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier: www.iamo.de/veranstaltungen.

Die Anmeldung ist bis zum 15. Januar 2019 möglich: www.gffa-berlin.de/registrierung.

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Über das GFFA

Das 11. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) findet vom 17. bis 19. Januar 2019 unter dem Titel „Landwirtschaft digital – Intelligente Lösungen für die Landwirtschaft der Zukunft“ in Berlin statt. Es wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Kooperation mit dem Senat von Berlin, der Messe Berlin GmbH und dem GFFA Berlin e.V. veranstaltet. Allgemeine Informationen zum GFFA 2019 erhalten Sie auf der Konferenzwebseite: www.gffa-berlin.de.

Über das IAMO

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

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