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10. November 2016 | PM 17/2016

Herausforderungen der Agrarhandelspolitik in Zentralasien und im Südkaukasus

Samarkand Conference fördert regionalen und internationalen Forschungsaustausch zur Region

Vom 2. bis 4. November 2016 organisierte das IAMO gemeinsam mit dem Samarkand Agricultural Institute und der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) in Samarkand, Usbekistan, eine internationale Konferenz mit dem Titel „Regional and International Cooperation in Central Asia and South Caucasus: Recent Developments in Agricultural Trade“. Die über 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten auf vier Plenarsitzungen und 22 parallelen Sitzungen über die Entwicklungen und Auswirkungen des Agrarhandels in den Ländern Zentralasiens und des Kaukasus. Die dreitägige Veranstaltung bot den regionalen und internationalen Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern der im Agrarhandel beteiligten Unternehmen, der Ministerien und lokalen Behörden eine Plattform des wissenschaftlichen Austausches und stärkte damit die zukünftigen Forschungsaktivitäten der Region.

Professor Toshtemir Ostonakulov, Rektor des Samarkand Agricultural Institute, und Talantjon Esirgapov, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Samarkand, begrüßten auf der Samarkand Conference die Gäste aus insgesamt 28 Ländern, darunter Kasachstan, Turkmenistan, Ukraine, Russland, Israel und China. In seiner Eröffnungsrede leitete IAMO-Direktor Professor Thomas Glauben die Veranstaltung thematisch ein. Dabei wies er vor allem auf die Bedeutung der regionalen und internationalen Zusammenarbeit wie auch der zukünftigen Entwicklungen in der Ernährungswirtschaft und in den ländlichen Gebieten Zentralasiens und im Südkaukasus hin.

In den Plenar- und Parallelsitzungen am ersten Konferenztag wurden über die Herausforderungen des Agrarhandels der Binnenstaaten Zentralasiens und des Südkaukasus sowie dessen Möglichkeiten zur Überwindung durch den Ausbau der Handelsinfrastruktur diskutiert. Hierfür bot die Konferenz ein produktives Umfeld, um sich über die Entwicklungen und Herausforderungen der Agrarhandelspolitik in den letzten Jahren auszutauschen. Ein weiteres zentrales Thema der Konferenz war die Auswirkung des Klimawandels auf den Agrarhandel. Die Politikempfehlungen des ersten Tages umfassten die Reduzierung der Transportzeiten durch die Entwicklung effizienterer Zolldeklarationsverfahren an den Grenzen, die Diversifizierung der Exportprodukte sowie die Diversifizierung der Importquellen.

Die Vorträge der Hauptredner sowie Paper- und Posterpräsentationen am zweiten Konferenztag wiesen eine große thematische Vielfalt auf und beschäftigten sich mit regionaler Zusammenarbeit, Lieferketten und der Nutzung landwirtschaftlicher Ressourcen. Es wurden nicht nur die positiven Ergebnisse der regionalen Zusammenarbeit, sondern auch die anstehenden und zu lösenden Probleme angesprochen. Zudem wurden die vorhandenen Herausforderungen bei der Entwicklung von Wertschöpfungsketten diskutiert und geeignete politische Maßnahmen zur Steigerung der Produktionseffizienz erläutert. Der zweite Konferenztag endete mit einer historischen Besichtigung entlang der Seidenstraße der Stadt Samarkand sowie dem Besuch von landwirtschaftlichen Erzeugern und Verarbeitern, die Agrarprodukte aus Usbekistan exportieren.

Am dritten Konferenztag wurden die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit und des Handels zur Verringerung der Armut und zur Erhöhung der Ernährungssicherheit in der Region sowie die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wohlstand der Haushalte diskutiert. Darüber hinaus standen die Auswirkungen der makroökonomischen Schocks auf die Ernährungssicherheit sowie die Auswirkungen veränderter makroökonomischer Politik (z. B. russisches Importverbot) auf den Agrarsektor der zentralasiatischen und kaukasischen Länder im Mittelpunkt. An diesem Tag nahm der deutsche Botschafter in Usbekistan, Neithart Höfer-Wissing, an mehreren Konferenzsitzungen teil.

Die Konferenz wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), Regional Environmental Centre for Central Asia (CAREC), Kasachstan, und dem Koordinierungsausschuss für Wissenschaft und Technologieentwicklung des Ministerkabinetts der Republik Usbekistan unterstützt. Es fand eine intensive Medienberichterstattung in Usbekistan und auch international statt.

Zur Konferenzwebseite und Fotogalerie gelangen Sie hier: www.samarkand.iamo.de.

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Über das IAMO

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

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