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13. Juli 2018 | PM 06/2018

Chancen und Herausforderungen großbetrieblicher Landwirtschaft

Mehr als 160 internationale Expertinnen und Experten aus Forschung, Wirtschaft, Politik und internationalen Institutionen diskutierten auf dem IAMO Forum 2018 in Halle (Saale)

Die weltweite Zunahme sehr großer Agrarunternehmen setzt in der Landwirtschaft neue Maßstäbe und führt zu vielfältigen Diskussionen. So bewirtschaften allein in Russland die größten 100 Unternehmen im Agrarsektor über 12 Millionen Hektar, davon bewirtschaften bereits vier dieser als Agroholdings bezeichneten Unternehmen über 600.000 Hektar. Welche unternehmerischen Herausforderungen, Chancen und gesellschaftliche Auswirkungen mit diesen Entwicklungen in der Landwirtschaft und ländlichen Räumen verbunden sind, wurde auf dem IAMO Forum 2018 mit dem Titel „Large-scale agriculture – for profit and society?” diskutiert. Mehr als 160 Teilnehmende aus insgesamt 19 Nationen tauschten sich vom 27. bis 29. Juni 2018 in Halle (Saale) über wissenschaftliche Erkenntnisse und landwirtschaftliche Praktiken aus. Anerkannte Referentinnen und Referenten aus Forschung, Agrarwirtschaft und internationalen Institutionen beteiligten sich an drei Plenarsitzungen, 15 Parallelsitzungen und zwei moderierten Podiumsdiskussionen. Der geographische Schwerpunkt der Konferenz lag auf den Transformationsökonomien Osteuropas, der ehemaligen Sowjetunion und Ostasiens sowie den Emerging Markets und entwickelten Volkswirtschaften in Europa, Amerika und Australien.

Eröffnet wurde das diesjährige IAMO Forum vom IAMO-Direktor Alfons Balmann. Er wies darauf hin, dass großbetriebliche Produktionsformen mit teilweise konzernartigen Strukturen in vielen Teilen der Welt und insbesondere in Osteuropa und Südamerika einen erheblichen Teil der landwirtschaftlichen Fläche bewirtschaften. Diese Unternehmen stehen allerdings hinsichtlich ihrer ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit vor erheblichen Herausforderungen. So lassen sich in der Landwirtschaft keine konstant hohen Gewinnmargen erzielen. Hierfür sorge bereits die sogenannte „Landwirtschaftliche Tretmühle“, die einen scharfen Wettbewerb und fortschreitenden Strukturwandel bedinge. Balmann führte weiterhin an, dass Ertrags- und Preisschwankungen, insbesondere bei landwirtschaftlichen Großbetrieben mit ihrem zumeist hohen Anteil an fremden Produktionsfaktoren hohe Ansprüche an das Risikomanagement stellen, da Lohnarbeitskräfte, Pachtflächen und Kredite eine regelmäßige Entlohnung erfordern. Zugleich seien große landwirtschaftliche Unternehmen in der Öffentlichkeit besonders sichtbar und müssen der damit verbundenen oft kritischen gesellschaftlichen Aufmerksamkeit aktiv begegnen.

Zum Themenkomplex der Triebkräfte der (Wieder-)Entstehung der großbetrieblichen Landwirtschaft in Osteuropa gab Eugenia Serova, Direktorin des FAO-Verbindungsbüros (Russland), einen Überblick über die Entwicklung und Perspektiven der großen Agroholdings. Mit teilweise mehreren hunderttausend Hektar in Russland und anderen Teilen der Welt, bezeichnete sie diese im Vergleich zu den Konzernen im vor- und nachgelagerten Bereich der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette trotz ihrer Größe als klein. Investitionen in die Landwirtschaft als Risikodiversifizierungsstrategie, Fachkräftemangel, das institutionelle Umfeld, die politischen Beziehungen der Akteure sowie das sowjetische Erbe der Großbetriebe nannte sie als Gründe für die zunehmende Bedeutung von Agroholdings im postsowjetischen Raum. Als Stärken der Unternehmen verwies sie auf Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt, effektive Verwaltungsstrukturen und bessere Verhandlungspositionen gegenüber Marktpartnern. Serova benannte allerdings auch Nachhaltigkeitsrisiken einer Agrarstruktur, die nur aus vergleichsweise wenigen Großkonzernen bestehe. Sie plädierte für ein ausgewogenes Miteinander verschiedener Betriebsgrößen, um Risiken zu verringern und Marktwettbewerb zu stimulieren.
Richard J. Sexton, Professor an der University of California, Davis (USA), gab einen Ausblick auf die Herausforderungen der Landwirtschaft angesichts der sich verändernden gesellschaftlichen Wahrnehmung. Er thematisierte das Spannungsfeld zwischen der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung bei sich verändernden Konsumgewohnheiten unter produktivitätshemmenden Bedingungen, wie etwa dem Klimawandel, und den gesellschaftlichen Wünschen nach einer tierwohlorientierten, fairen, regionalen und nachhaltigen Produktion. Als eine mögliche Antwort auf diese Herausforderungen diskutierte Sexton kritisch ein von ihm so bezeichnetes „naturalistisches Paradigma“, welches insbesondere eine ökologische, lokale und gentechnikfreie Produktion anstrebe. Er verwies darauf, dass die von diesem naturalistischen Paradigma vorgeschlagenen Produktionsformen mit zahlreichen ungelösten Zielkonflikten einhergehen und warnte insbesondere vor negativen Umweltwirkungen einer Regionalisierung und Extensivierung der Landwirtschaft sowie dem Verzicht auf technologischen Entwicklungen, wie der Biotechnologie, wenn man den großen Herausforderungen der Landwirtschaft begegnen möchte.

Die Plenarvorträge am zweiten Konferenztag beschäftigten sich mit der Frage, inwiefern großbetriebliche Landwirtschaft die Anforderungen ihrer Anspruchsgruppen (Stakeholder) bedienen kann. Professor Philipp Schreck von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Deutschland) diskutierte Potentiale und Anforderungen freiwilliger Nachhaltigkeitsberichtserstattung von Unternehmen. Er verwies dabei auf das Spannungsfeld des Interesses von Unternehmen und Gesellschaft nach Transparenz und der Nutzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung als ein modernes Rechnungslegungsinstrument, das insbesondere den Zielen gewinnorientierter Unternehmen diene. Zugleich verwies er darauf, dass eine gute Nachhaltigkeitsberichterstattung unbedingt eine Qualitätssicherung benötige.
Mila Kletsky, Präsidentin und wissenschaftliche Direktorin der Investmentberatung Picking Alpha (Belgien), präsentierte einen Ausblick auf „Trends bei Investitionen in landwirtschaftlichen Großbetrieben der Welt: Von Auslandsinvestitionen bis zum Börsengang". Sie gab einen Überblick über die globalen Trends bei der Finanzierung von Agrarkonzernen, wie etwa die Bedeutung von Pensionsfonds, Direktinvestitionen und Bankkrediten. Sie verwies zudem auf sehr durchwachsene Erfahrungen von Börsengängen für landwirtschaftliche Großbetriebe als Quelle der Mittelbeschaffung anhand realer Fälle aus den USA, China, Australien, der EU, Südamerika, Japan, Kenia und anderen Ländern. Vor allem verwies sie darauf, dass Investoren hohe Anforderungen an die möglichen Erträge stellen, was im Widerspruch zum durch scharfen Wettbewerb, geringen Gewinnmargen und hoher Unsicherheit gekennzeichneten Agrarsektor stehe. Professionelles Management der Agrarunternehmen sei ein Schlüsselfaktor beim Zugang zu Finanzmitteln.

Ein vom Wirtschaftsethiker Professor Ingo Pies von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Deutschland) moderiertes Streitgespräch trug den Titel „Moralische Herausforderungen der modernen Landwirtschaft“. Darin wurde zunächst einvernehmlich festgestellt, dass alle Diskussionsteilnehmenden das gemeinsame Ziel verfolgen, Ernährungssicherheit langfristig zu gewährleisten. Silvia Bender, Teamleiterin Biodiversität, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), sah als besten Weg dahin, wenn den weltweit vielen Millionen Kleinbauern und -bäuerinnen geholfen würde, ihre Produktivität zu steigern. Carl-Albrecht Bartmer, Vorsitzender des Aufsichtsrats der DLG e.V. (Deutschland), hielt dagegen, dass Größe und nachhaltige Bewirtschaftung nicht korrelieren. Die Vorstellung, Kleinstbauern und -bäuerinnen in Entwicklungs- und Schwellenländern primär dadurch helfen zu wollen, dass man sie erhält und ihnen kleine Produktivitätsfortschritte ermöglicht, widerspreche den Entwicklungserfolgen in wirtschaftlich entwickelten Regionen, in denen die Abwanderung der Landbevölkerung vor allem Ergebnis wirtschaftlicher Entwicklung der Länder war und zugleich den verbliebenen Betrieben Wachstum und Zugang zu Innovationen in der Landwirtschaft ermöglichte. Mit Blick auf den internationalen Handel sprach sich Bartmer nachdrücklich für den Freihandel aus. Handel sei eine Voraussetzung für eine international arbeitsteilige Landwirtschaft und internationale multilaterale Handelsverträge seien unverzichtbar. Bender verwies trotz grundsätzlicher Befürwortung des Freihandels darauf, dass sie den derzeitigen Prozess der Entwicklung von Abkommen für zu undemokratisch halte. Zum Thema Biodiversitätsschutz und -erhalt verwies Bender darauf, dass es nicht ausreiche, die Biodiversität an einem Ort der Welt zu sichern, um die Intensität von Monokulturen an einem anderen Ort erhöhen zu können. Vielmehr sei es wichtig, die Biodiversität weltweit zu fördern. Bartmer hob hervor, dass staatliche Programme zur Förderung der Biodiversität stärker als bisher die vorhandene Kreativität und die Standortkenntnisse des Einzellandwirtes und der Einzellandwirtin nutzen sollten. Die biologische Vielfalt sei für die landwirtschaftliche Produktion von entscheidender Bedeutung und daher hätten die Landwirte und Landwirtinnen starke Anreize, zur Sicherung der biologischen Vielfalt beizutragen.

Am letzten Konferenztag erläuterten Vorsitzende großer Agrarkonzerne aus Osteuropa und Südamerika ihre Sicht auf das Thema „Fit für die Zukunft: Perspektiven und Herausforderungen der großbetrieblichen Landwirtschaft“. Alex Lissitsa, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens IMC SA (Ukraine), das in der Ukraine 126.000 Hektar Ackerland bewirtschaftet, gab einen Einblick auf die Vergangenheit und Gegenwart der ukrainischen Landwirtschaft und stellte die Meilensteine der Entwicklung der IMC Agroholding seit dem Gründungsjahr 2007 dar. Er sieht die Zukunft der Landwirtschaft ebenso wie von IMC eng mit der Digitalisierung verbunden. IMC investiere daher seit einigen Jahren zunehmend in digitale Werkzeuge, wie E-Portal, Mobiler Agronom, Geoportale und GPS-Überwachung. Mit Blick auf die gesellschaftliche Verantwortung von IMC entfalle ein Großteil der Ausgaben für Corporate Social Responsibility (gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen) auf die direkte Unterstützung einzelner Verpächter und Verpächterinnen, wie z. B. persönliche finanzielle Unterstützung, medizinische Versorgung und Haushaltsdienstleistungen sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Dörfern. Die wichtigsten zukünftigen Herausforderungen in der ukrainischen Landwirtschaft seien neben zunehmender Wettervolatilität, die Bodenmarktregulierung, Korruptionsprobleme sowie die zunehmende Schwierigkeit, ausreichend qualifizierte Nachwuchskräfte zu finden, die auch in ländlichen Regionen arbeiten und leben wollen.
Aurélio Pavinato, Vorstandsvorsitzender von SLC Agrícola SA (Brasilien), erläuterte die Entwicklung der brasilianischen Landwirtschaft parallel zur Entwicklung der 1945 gegründeten SLC Agrícola und gab weitere Einblicke in das künftige Potenzial der brasilianischen Landwirtschaft. Digitale Kompetenz, Big Data und nachhaltige Technologien seien die zukünftigen Entwicklungsschwerpunkte von SLC Agrícola, das mittlerweile jährlich 400.000 Hektar Soja, Mais und Baumwolle anbaut. Nachhaltigkeitserfolge sieht er darin, dass es im Rahmen der Fruchtfolge mit zumeist zwei Ernten im Jahr gelungen wäre, beispielsweise den Umfang des im Boden gebundenen Kohlenstoffs stetig zu erhöhen und den Treibstoffaufwand allein zwischen 2012/13 und 2017/18 von 76 auf 48 l/ha zu reduzieren. Auch würde sich das Unternehmen aktiv in die Entwicklung und den Einsatz von Nachhaltigkeitszertifizierungen einbringen und eine Nachhaltigkeitsberichterstattung betreiben. Pavinato verwies zugleich darauf, dass Brasilien mittlerweile eigene leistungsfähige Technologien für tropische Regionen entwickelt habe und in den Cerrados deswegen - und trotz der Selbstverpflichtung, große Teile unter dauerhaften Naturschutz zu stellen - ein enormes landwirtschaftliches Expansionspotenzial bestehe.

In der abschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Großbetriebliche Landwirtschaft - für Profit und Gesellschaft?“ verwies Anna Catharina Voges, Komplementärin der Saat-Gut Plaußig Voges KG (Deutschland) mit 2.500 Hektar Ackerfläche im unmittelbaren Umfeld der Stadt Leipzig, auf die Herausforderungen der fortschreitenden Urbanisierung. Um in diesem Umfeld mit den gesellschaftlichen Anforderungen Schritt zu halten, setze ihr Unternehmen sowohl auf Präzisionslandwirtschaft, als auch auf die Etablierung von Nischen- und Regionalprodukten, einschließlich eines teilweisen Ökolandbaues. Da die deutsche Gesellschaft inzwischen Nahrung und Ernährung teilweise eher als Lebensstil denn als Notwendigkeit ansehe, solle die Landwirtschaft diese Lebensstilbedürfnisse bedienen.
Ruud Huirne, Direktor im Bereich Ernährung und Landwirtschaft der Rabobank (Niederlande), betonte die Bedeutung der Landwirtschaft für den Erhalt des ländlichen Raums als Ausgangspunkt der Arbeit der international tätigen Rabobank. Auch er verwies auf die weiter zunehmende Bedeutung der Digitalisierung. In der Zukunft wäre eine Bank letztlich wohl ein ICT-Unternehmen mit einer Banklizenz. Digitale Daten, große Datenanalysen, Datensicherheit und Datenschutz würden auch für Familienbetriebe zunehmend wichtiger werden. Hier versuche die Rabobank, den Um- und Zugang auch für kleine Betriebe zu erleichtern. In Bezug auf die Kundentypen, welche die Rabobank unterstütze, betonte er, dass Größe mit Blick auf den Erfolg wichtig sei, aber zunehmend auch ethische Aspekte an Bedeutung gewinnen würden. Huirne wies zudem darauf hin, dass Wettervolatilitäten infolge des Klimawandels zunehmen würden und dies erhebliche Auswirkungen auf das Entscheidung- und Risikoverhalten der Landwirte und Landwirtinnen haben werde.
Aus Sicht von Taras Vysotskyi, Generaldirektor des Ukrainian Agribusiness Club (Ukraine), ist es nicht möglich, über eine gewinnorientierte nachhaltige Landwirtschaft zu sprechen, ohne auch die Anforderungen der Gesellschaft und die Kommunikation mit den Anspruchsgruppen landwirtschaftlicher Betriebe einzubeziehen. Landwirtschaftliche Unternehmen stünden naturgemäß in enger Wechselbeziehung zum ländlichen Raum und dessen Bevölkerung. Vysotskyi bezweifelte, dass großbetriebliche Landwirtschaft dem ländlichen Raum schade. Vielmehr würde ohne die Agroholdings ländliche Entwicklung in der Ukraine vielfach gar nicht stattfinden. Diese würden die ländlichen Gemeinden in erheblichen Umfang finanziell unterstützen. Ihr strategisches Ziel sei dabei nicht zuletzt, attraktive Lebensverhältnisse für (zukünftige) Arbeitskräfte zu schaffen. Staatliche Programme zur Entwicklung des ländlichen Raumes seien hingegen in der Ukraine extrem knapp budgetiert und böten wenig Ansatzpunkte für langfristig tragfähige Gestaltungsansätze.
Oane Visser, Professor am International Institute of Social Studies (Niederlande), verwies auf verschiedene wissenschaftliche Studien zu Agroholdings in Russland, der Ukraine und Kasachstan. Diese Studien zeigten für die Anfangsjahre der Agroholdings oft eine geringe Produktivität und Effizienz im Vergleich zu selbständigen großen landwirtschaftlichen Betrieben. Im Laufe der Zeit hätten Agroholdings ihre Produktivität allerdings deutlich verbessert. Visser warnte jedoch davor, das Wachstum der Agroholdings allein mit Blick auf ihre Anzahl schon als Kennzeichen einer "Überlegenheit" dieser Produktionsform zu interpretieren. Für derartigen Optimismus wären Langzeituntersuchungen erforderlich. Es sollte nicht vergessen werden, dass etwa die Hälfte der großen Agroholdings in diesen Ländern mit finanziellen und wirtschaftlichen Problemen kämpfe, einschließlich Delisting, Konkurs oder Veräußerung von Beteiligungen.
Als Moderator der Podiumsdiskussion resümierte IAMO-Direktor Alfons Balmann, dass das IAMO Forum 2018 gezeigt hätte, dass landwirtschaftliche Großbetriebe sowohl ihre Rentabilität und ökonomische Stabilität als auch ihren gesellschaftlichen Mehrwert dokumentieren müssten. Das gälte umso mehr, weil die Anzahl der wirtschaftlich gescheiterten Konzerne beträchtlich sei. Wirtschaftlicher Erfolg und entsprechende Fortschritte reichen jedoch alleine nicht aus. Die anhaltenden Auseinandersetzungen um moderne Landwirtschaft erfordern, dass insbesondere große Agrarunternehmen sich der öffentlichen Diskussion stellen. Hierzu stehe auch die Wissenschaft vor erheblichen Herausforderungen, da es bislang einerseits wenig Forschung und entsprechend wenig Ergebnisse zu Managementanforderungen von Agrarkonzernen gäbe. Ebenso seien bislang kaum belastbare Forschungsergebnisse zu den ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen von Konzernstrukturen in der Landwirtschaft vorhanden. Vor diesem Hintergrund sieht er einen wesentlichen Beitrag des IAMO Forums 2018 insbesondere auch im stattgefundenen Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik.

Das IAMO Forum 2018 wurde von der Abteilung Betriebs- und Strukturentwicklung im ländlichen Raum des IAMO in Kooperation mit der DLG e.V. und dem Ukrainian Agribusiness Club (UCAB) organisiert. Die Konferenz wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Land Sachsen-Anhalt, der Rentenbank, dem Leibniz-WissenschaftsCampus „Eastern Europe - Global Area“ (EEGA) und der Stadt Halle (Saale) finanziell gefördert. Weitere Informationen zur Konferenz unter: www.iamo.de/forum/2018.

Im kommenden Jahr findet das IAMO Forum vom 26. - 28. Juni 2019 in Halle (Saale) statt. Es wird sich mit dem Thema „Small farms in transition: How to stimulate inclusive growth?” beschäftigen.

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Über das IAMO

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

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