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Wissenschaftliches Symposium zur nachhaltigen Agrarentwicklung in Zentralasien

19. Juni 2019 - Im Rahmen des „Strukturierten Doktorandenprogrammes zur nachhaltigen Agrarentwicklung in Zentralasien“ (SUSADICA) beteiligten sich Forschende des IAMO am wissenschaftlichen Symposium zur Nachhaltigen Agrarentwicklung in Zentralasien, das am 27. Mai 2019 am Tashkent Institute of Irrigation and Agricultural Mechanization Engineers (TIIAME), Usbekistan, stattfand.

Zum Symposium trafen sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die an Themen der Agrarentwicklung arbeiten, sowie Vertreter und Vertreterinnen internationaler Entwicklungsorganisationen und Ministerien. Die Veranstaltung bildete den Auftakt für eine Veranstaltungsreihe im Rahmen des strukturierten Doktorandenprogramms SUSADICA am Tashkent Institute of Irrigation and Agricultural Mechanization Engineers (TIIAME), die gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen, dem IAMO, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dem Regionalen Umweltzentrum für Zentralasien (CAREC) und einem Netzwerk internationaler Partner durchgeführt wird.

Das Symposium begann mit einem öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Martin Petrick, Programmkoordinator der Justus-Liebig-Universität Gießen und Gastwissenschaftler am IAMO, zum Einsatz der Sozialwissenschaften in der Agrarentwicklungspolitik. In seinem Vortrag wies Prof. Petrick auf die Bedeutung der Beiträge von Sozialwissenschaftlern und Sozialwissenschaftlerinnen im Umgang mit Agrarentwicklungsfragen in Form der Messung der sozialen Realität, der Abgrenzung sozialer Gesetze des menschlichen Verhaltens, der Kommunikation institutioneller und politischer Änderungen sowie von Beiträgen zum öffentlichen Diskurs hin. Im zweiten öffentlichen Vortrag von Prof. Dr. Kyung-Ryang Kim von der Nationalen Universität Kangwon, Südkorea, wurde die ländliche Entwicklungspolitik thematisiert. Im Zuge der Vorstellung des analytischen Rahmens der ländlichen Entwicklung stellte Prof. Kim die südkoreanische Bewegung zur ländlichen Entwicklung, Saemaeul, sowie deren Anwendbarkeit unter den Gegebenheiten in Usbekistan vor.

In der zweiten Hälfte der Veranstaltung lag der Fokus auf der Errichtung eines Labors für experimentelle Ökonomie am TIIAME. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des IAMO werden gemeinsam mit den Partneruniversitäten in Zentralasien und Deutschland über die nächsten zwei Jahre die Errichtung des Labors am TIIAME unterstützen. Als Teil der zentralen Aktivitäten, einschließlich des Kapazitätsaufbaus für TIIAME Lehrkräfte und Forschende, werden auch Vorbereitungsmaßnahmen für die Gestaltung und Erprobung von Experimenten im Klassenraum sowie Feldversuche durchgeführt. Das Labor wird bei der Umsetzung von Schulungen und Diskussionsseminaren von der Kooperation mit dem SUSADICA Doktorandenprogramm profitieren. Die beiden SUSADICA Doktoranden Zafar Kurbanov und Abdusame Tadjiev werden die Methoden der experimentellen Ökonomie zur Untersuchung der Entscheidungsfindung von Landwirten und Landwirtinnen in den bewässerten Gebieten von Kasachstan und Usbekistan nutzen. Dazu ergänzen die Studenten im Rahmen des durch die VolkswagenStiftung finanzierten Projektes „Institutioneller Wandel der Land- und Arbeitsverhältnisse in den Bewässerungslandwirtschaften Zentralasiens” (AGRICHANGE) gesammelte Umfragedaten mit zusätzlichen individuellen Informationen zur Eruierung von Risiko- und Zeitpräferenzen.

Das SUSADICA Doktorandenprogramm strebt internationale Standards entsprechend der Spitzenforschung zu Themen regionaler und internationaler Relevanz an und soll einen Beitrag zum akademischen Umfeld am TIIAME leisten. Im Rahmen des letztgenannten Aspektes wird das Programm, wie von Nozilakhon Mukhamedova (Programmkoordinatorin der Justus-Liebig-Universität Gießen) vorgestellt, eine Reihe öffentlicher Vorträge sowie regelmäßige Diskussionsseminare zu Themen der Agrarentwicklung durchführen, zu denen führende Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen von Universitäten und Forschungszentren, Vertreter und Vertreterinnen von Ministerien, Entwicklungsorganisationen und nichtstaatlichen Organisationen eingeladen werden.