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Internationale IAMO-Expertise gefragt

29. November 2016 - Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IAMO werden regelmäßig als Expertinnen und Experten eingeladen, um Politik und Wirtschaft hinsichtlich aktueller Fragestellungen der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu beraten.

Das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK) richtete am 21. und 22. November seine 60. Jahrestagung in Berlin aus. Im DMK sind Landwirte sowie Vertreterinnen und Vertreter der amtlichen Beratung und Verwaltung, der Wissenschaft, der Maiszüchtung und landwirtschaftlich orientierte Unternehmen aktiv. IAMO-Wissenschaftlerin Dr. Linde Götz war zur Jahrestagung in den Ausschuss "Ökonomie und Markt" geladen. In ihrem Vortrag beleuchtete die Agrarökonomin aktuelle Entwicklungen der Selbstversorgung in der russischen Agrarwirtschaft und die Aussichten des Landes für den Aufstieg zu einer der größten Exportnationen für Agrargüter und Nahrungsmittel weltweit. Götz führte aus, dass die Förderprogramme der russischen Regierung den Selbstversorgungsgrad bei Schweine- und Geflügelfleisch in den letzten vier Jahren deutlich erhöht haben. Sie geht davon aus, dass nach einem Ende des Handelsembargos Russland aktiver als Anbieter am Weltmarkt auftreten werde. Bei Rindfleisch und Milchprodukten hingegen erreicht Russland seine Produktionsziele noch nicht. Exportchancen für deutsche Landwirte sieht Götz nach einer Aufhebung der Sanktionen insbesondere bei Käse, da die russische Käseproduktion durch starke Qualitätsprobleme gekennzeichnet ist.

Am 14. November war Dr. Ihtiyor Bobojonov eingeladen, einen Vortrag zum Thema "Komparative Vorteile und Nachteile der Mechanismen von Agrarversicherungen in Kasachstan, Russland und Usbekistan" vor Regierungsvertreterinnen und -vertretern der Mongolei zu halten. Der Workshop, organisiert von der IAK AGRAR CONSULTING GmbH Leipzig, war Teil der Fachinformationsfahrt einer mongolischen Delegation unter der Schirmherrschaft von Frau J. Saule, Vizeministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Leichtindustrie der Mongolei. Die Delegation hatte Deutschland im Rahmen des Deutsch-Mongolischen Kooperationsprojektes "Nachhaltige Landwirtschaft" vom 12 bis 19. November besucht. Bobojonov erläuterte in seinem Vortrag, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion auch zu einem Kollaps der staatlichen Versicherungsmärkte in der Region geführt habe. Die Agrarversicherungsmärkte in einigen Nachfolgestaaten seien weiterhin unzureichend, es bestehe aber ein großes Interesse seitens der Regierungen z. B. Aserbaidschans, Armeniens, Tadschikistans und internationaler Organisationen Versicherungsmärkte zu etablieren. Die Nachfrage regionaler Versicherungen nach internationaler Rückversicherung sei dabei hoch. In dem Zusammenhang verwies Bobojonov auf die Pilotprojekte zur Einbindung von Rückversicherungsunternehmen aus Deutschland in die regionalen Versicherungsmärkte in Kasachstan und Usbekistan.