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Chancen und Risiken der Digitalisierung im Agrarsektor

13. März 2019 - Unter dem Titel „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ fand am 6. März 2019 eine Science Lounge mit Expertinnen und Experten aus Forschung, Wirtschaft und Politik im Café 7gramm in Halle (Saale) statt.

Eröffnet wurde die Podiumsdiskussion von Professor Sebastian Lentz, Sprecher des Leibniz WissenschaftsCampus EEGA, der einen kurzen Überblick zur Thematik präsentierte und die Podiumsgäste vorstellte.

Ehrengast Thomas Wünsch, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, erklärte, dass die Politik einen besonderen Einfluss auf die Entwicklung der Digitalisierung in der Landwirtschaft habe. Der Staat müsse die Grundlagen einer funktionierenden Infrastruktur schaffen, um so den Ausbau neuer Technologien zu unterstützen. Durch die Digitalisierung können Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und insbesondere Entlassungen von Arbeitskräften kompensiert werden, da wiederum neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

IAMO-Wissenschaftler Dr. Ivan Duric sprach darüber, dass man die Arbeitskräfte in der Landwirtschaft mit den neuen Technologien vertraut machen müsse. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollte der richtige Umgang mit den digitalen Neuerungen und die damit verbundenen Datenschutzrichtlinien aufgezeigt werden. Welchen Einfluss die Politik auf die Entwicklungen der Digitalisierung hat, aber auch welche Vor- und Nachteile sich durch die neuen Technologien für die Ernährungs- und Arbeitsplatzsicherheit ergeben, wird derzeit am IAMO in mehreren Forschungsprojekten untersucht.

Im  Rahmen der Podiumsdiskussion erörterte Matija Zulj, CEO und Gründer von  Agrivi, warum es sich auch für kleine und mittelständische Landwirtschaftsunternehmen lohnt, in die Digitalisierung zu investieren. Die Software, deren Installation und Instandhaltung sowie die damit verbundenen Kosten werden auf den einzelnen Agrarbetrieb angepasst. Für die Unternehmen ergeben sich durch den Einsatz neuer Technologien nicht nur höhere Ernteerträge, sondern zukünftig auch erhebliche Arbeits- und Kostenersparnisse.

Expertenwissen zur Digitalisierung in der Ukraine brachte Oleksandr Verzhykhovskyi, Mitarbeiter des Agrarunternehmens IMC, in die Gespräche ein. Große Landwirtschaftsbetriebe haben die Vorteile der Digitalisierung erkannt und investieren darin bereits. Derartige Investitionen lohnen sich jedoch nur, wenn das Unternehmen dadurch auch Gewinne erzielen könne. Ein besonderes Problem stelle in der Ukraine der Mangel an Arbeitskräften dar, weil diese für die Arbeit oftmals in westliche EU-Länder immigrieren.

Moderiert wurde die Science Lounge von Ina Volkhardt vom WissenschaftsCampus Halle.

Die WissenschaftsCampi EEGA (Eastern European – Global Area) und WCH (WissenschaftsCampus Halle – pflanzenbasierte Bioökonomie) sowie das IAMO organsierten gemeinsam diese Veranstaltung.