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CRISPR

Vom Verbraucherschutz zum Innovationsmarketing Grüner Gentechnik: Politikempfehlungen für eine optimierte Innovationskommunikation

Themenkomplex:
Gestaltung geeigneter Ordnungsrahmen und Institutionen
Projektlaufzeit:
01.04.2023 - 31.12.2023
Untersuchte Länder:
Deutschland

Problemstellung und Ziel

Der Gentechnik mit den neuen gentechnischen Methoden wird eine große Bedeutung für die Anpassung der Agrarsysteme an den Klimawandel und Umweltziele beigemessen. Insbesondere die Anwendung der gen-editierenden Methode CRISPR, durch die mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Forschung von Charpentier und Doudna forciert, ermöglicht die präzise Züchtung von krankheitsresistenten Pflanzensorten. Im Unterschied zur bisher üblichen Genmanipulation werden bei der Gen-Editierung keine fremden Gene in den Organismus eingeführt, sondern gezielt eine Mutation an einer spezifischen Stelle der DNA ausgelöst. Damit könnte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft reduziert werden.

Mit Aktivitäten im Innovationsmarketing hat die Bundesregierung in den letzten Jahren eine neue Rolle übernommen, um die Verbraucherakzeptanz der Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu fördern. Dazu gehört, die Verbraucherinnen und Verbraucher umfassend über die Grüne Gentechnik zu informieren. Außerdem werden Diskussionsveranstaltungen organisiert, um den gesellschaftlichen Dialogprozess zu beschleunigen, und die Wissenschaftskommunikation gefördert, um Forschungsergebnisse in die Gesellschaft zu tragen.

In der vorhandenen Literatur kommen einige Studien zu dem Ergebnis, dass Informationen über neue gentechnische Züchtungsmethoden die Verbraucherakzeptanz der Grünen Gentechnik erhöhen. Andere Studien weisen darauf hin, dass die Akzeptanz der Verbraucher eher durch einstellungsbezogene Faktoren bestimmt wird und nicht verändert werden kann. Allerdings wird bestätigt, dass Informationen das Potenzial haben, extreme Überzeugungen sowohl hinsichtlich der Risiken als auch der Vorteile von gentechnisch veränderten Lebensmitteln abzuschwächen. Es wurde auch festgestellt, dass Informationen Einstellungen und Entscheidungen extremer machen, so dass sie die ursprünglichen Einstellungen verstärken (confirmation bias).

Forschungsfragen

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung von Strategien und die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Innovationskommunikation von Anwendungen der gentechnischen CRISPR-Technologie in der Pflanzenzüchtung. Es werden Zielgruppen identifiziert und Handlungsempfehlungen für die zielgruppenspezifische Gestaltung der Informationsbereitstellung und Wissenschaftskommunikation gegeben. Das Projekt soll dazu beitragen, die Akzeptanz der Verbraucher für die neuen gentechnischen Methoden zu erhöhen, damit diese zur Verbesserung der Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Systeme eingesetzt werden können.

Forschungsdesign und Methoden

Das Projekt untersucht die Kaufbereitschaft deutscher Verbraucher für gentechnisch veränderte Lebensmittel am Beispiel von CRISPR-gen-editierten Tomaten. Es wird eine Online-Verbraucherbefragung mit einem zweistufigen diskreten Consumer-Choice-Experiment durchgeführt. Der Einfluss von Informationen auf das Auswahlverhalten der Probanden wird anhand von Videos mit Informationen über die CRISPR-Gentechnik in logisch-wissenschaftlicher bzw. narrativer Form untersucht.

Förderung

Publikationen

Götz, L., M. Svanidze, A. Tissier, J. Gil, D. Rahmani (2023): Vom Verbraucherschutz zum Innovationsmarketing Grüner Gentechnik: Politikempfehlungen für eine optimierte Innovationskommunikation, in: Implikationen einer veränderten Rollenverteilung zwischen Staat und Markt für die zukünftige Landwirtschaft, Schriftenreihe der Rentenbank No. 39, S. 37-57.

Götz, LindeSvanidze, Miranda; Tissier, Alain; Brand Duran, Alejandro (2022) Consumers’ willingness to buy CRISPR gene-edited tomatoes: Evidence from a choice experiment case study in GermanySustainability 14 (2)

Vorträge

Gil Roig, Jose M.; Götz, Linde; Rahmani, Djamel; Svanidze, Miranda; Tissier, Alain (2023) Effects of scientific and narrative information on willingness-to-pay for CRISPR tomatoes in Germany, Invited presentation, Organized Paper Session “Which role for information for consumer acceptance of genetically engineered foods?”, EAAE Congress, Rennes, France.

Gil Roig, Jose M.; Götz, Linde; Rahmani, Djamel; Svanidze, Miranda; Tissier, Alain; Jamali Jaghdani, Tinoush (2023) Vom Verbraucherschutz zum Innovationsmarketing grüner Gentechnik: Politikempfehlungen für eine optimierte Innovationskommunikation, Symposium der Edmund Rehwinkel-Stiftung, Berlin, Deutschland.

Projektpartner


Kontakt


		PD Dr. habil. Linde Götz

PD Dr. habil. Linde Götz

Stellvertretende Leiterin der Abteilung Agrarmärkte
Zimmer: 222

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Projektmitarbeiter

Dr. Miranda Svanidze
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PD Dr. habil. Linde Götz (Projektleitung)
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