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Rückkehrmigration und social remittances: Wie werden Rückkehrer und Rückkehrerinnen zu agents of change? (Social Remittances: Return Migrants as Agents of Change)

Forschungsschwerpunkt:
Lebensverhältnisse im ländlichen Raum

Projektlaufzeit:
seit 01.10.2018

Es ist inzwischen allgemein anerkannt, dass Geldsendungen von Migranten und Migrantinnen (sog. Remittances) einen wichtigen Beitrag zur Armutsminderung und zur wirtschaftlichen Entwicklung in den Herkunftsstaaten leisten können. Die jüngere wissenschaftliche Literatur hat jedoch gezeigt, dass eine einseitige Fokussierung auf Finanzflüsse und ökonomische Aspekte zu kurz greift. Vielmehr transferieren Migranten und Migrantinnen auch immaterielle Güter, so genannte social remittances, zu denen beispielsweise Werte oder Ansichten zählen. Aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse zeigen, dass Migranten und Migrantinnen unter anderem Ideen zur Geschlechtergleichstellung, zu liberaler Demokratie und Toleranz weitergeben. Die Literatur zu diesem Thema steckt jedoch noch in den Kinderschuhen und ist größtenteils deskriptiv. Studien, in denen untersucht wird, wie Ideen transferiert werden und was Migranten und Migrantinnen sowie Rückkehrer und Rückkehrerinnen motiviert, sich für sozialen Wandel zu engagieren, sind dagegen rar.

Viele Migranten und Migrantinnen stammen aus ländlichen Gebieten und kehren auch in diese zurück. Die Wertvorstellungen in diesen Gebieten, sind jedoch häufig „traditioneller“ als in urbanen Gebieten, was das Engagement von Rückkehrern und Rückkehrerinnen (agents of change) und die Entfaltung von social remittances erschweren kann. Dennoch haben Rückkehrer und Rückkehrerinnen zweifellos das Potenzial auch in ländlichen Gebieten wichtige Keime für Modernisierung und Entwicklung zu legen.

Vor diesem Hintergrund werden folgende Forschungsfragen aufgeworfen:

(1) Unter welchen Bedingungen, eignen sich Migranten und Migrantinnen während ihres Auslandsaufenthalts neue Ideen an und geben diese als social remittances weiter?
(2) Unter welchen Bedingungen sind Rückkehrer und Rückkehrerinnen bereit und in der Lage, social remittances zu verbreiten?
(3) Welches Potenzial haben verschiedene Gruppen von Rückkehrern und Rückkehrereinnen, einen Beitrag zu sozialem Wandel in ländlichen und städtischen Kontexten ihrer Herkunftsländer zu leisten?
(4) Welche Politiken können Rückkehrer und Rückkehrerinnen in ihrem Engagement für gesellschaftlich wünschenswerten sozialen Wandel unterstützen?

Der regionale Schwerpunkt des Projekts liegt auf Südosteuropa. Methodisch wird ein Mixed-Methods-Ansatz unter Verwendung von Primärdaten, die vor Ort erhoben werden, angewandt.