Abteilung Agrarmärkte, Agrarvermarktung und Weltagrarhandel
Prof. Dr. Thomas Glauben hat zum 15. Mai 2005 die Leitung der Abteilung Agrarmärkte, Agrarvermarktung und Weltagrarhandel übernommen. In der Abteilung werden die Märkte auf den verschiedenen Ebenen der Nahrungsmittelkette in den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) und deren Einbindung in den Weltagrarhandel untersucht. Daneben bilden Restrukturierungsprozesse in den Unternehmen des Ernährungssektors einen weiteren Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit. In allen Projekten ist es erklärtes Ziel, Politikempfehlungen abzuleiten. Ökonometrische Verfahren, Gleichgewichtsmodelle, Fallstudien und Befragungen stellen das methodische Instrumentarium der Abteilung dar. Die Projekte sind den Forschungsschwerpunkten Produkt- und Prozessqualität in der Nahungsmittelkette und Marginalisierung in ländlichen Räumen zuzurechnen. Darüber hinaus besteht ein enger inhaltlicher Zusammenhang zu vielen Arbeiten anderer Forschungsschwerpunkte.
Analysen, die sich am Beispiel bestimmter Produkte und Länder mit dem Funktionieren von Märkten und den Auswirkungen von Marktprozessen auf die Restrukturierung der Ernährungsindustrie beschäftigen, liegen in vielfältiger Form vor. Diese reichen von Untersuchungen zur Wettbewerbsintensität auf einzelnen Absatz- und Beschaffungsmärkten über die Einflüsse ausländischer Direktinvestitionen bis hin zu Studien über den Beitrag von Wettbewerbsprozessen zum Gelingen der Transformation am Beispiel von Anpassungs- und Selektionsvorgängen in einzelnen Branchen. Neuen Formen der vertikalen und horizontalen Integration zwischen den Unternehmen der Lebensmittelkette in den MOEL gilt dabei ein besonderes Augenmerk.
Konzentrieren sich die eben genannten Themen auf die Schnittstelle von Unternehmen und Markt, so liegt ein zweiter inhaltlicher Schwerpunkt auf der Analyse spezifischer Marktinstitutionen und von Markteingriffen. Beide beeinflussen das Funktionieren und die Effizienz von Märkten im Agrar- und Ernährungssektor entscheidend mit. Die Abstimmung von EU-Agrarmarktregelungen auf WTO-Verpflichtungen bei einer erweiterten Union stellt ein aktuelles Problem der europäischen Agrar marktpolitik dar, dem sich die Abteilung ebenfalls widmet. Auswirkungen der Osterweiterung stehen in einem weiteren Projekt im Mittelpunkt, das sich mit der Einführung von EU-Lebensmittelstandards in den Beitrittsländern beschäftigt. Mit der Nachfrageseite als Endpunkt der Nahrungsmittelkette befasst sich ein Projekt zum Nahrungsmittelkonsum in Mittel- und Osteuropa. Ihre Expertise bringt die Abteilung auch in umfassende EU-Studien zur Agrar- und Ernährungswirtschaft in den Beitrittsländern ein.
