Leitbild
Nachhaltige Prosperität im ländlichen Raum
Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) richtet als weltweit einmalige agrarökonomische Forschungseinrichtung seinen primären Fokus auf die tiefgreifenden Veränderungsprozesse und andauernden Entwicklungsdefizite in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie der ländlichen Räumen Mittel- und Osteuropas. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse nutzt das IAMO zugleich für die Auseinandersetzung mit vergleichbaren wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen in der sich erweiternden Europäischen Union sowie Zentral- und Ostasien. Das Institut versteht sich als gestaltende Kraft der internationalen agrarökonomischen Forschung. Seine Forschungsarbeiten werden in anerkannten akademischen Fachzeitschriften publiziert und auf renommierten internationalen Kongressen diskutiert. Es dient als Forum des Austausches und fördert so die internationale Vernetzung der Forschung und den Dialog zwischen Entscheidungsträgern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Zudem nutzt es seine Kompetenzen und Stellung für die Qualifizierung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei in der Förderung des akademischen Nachwuchses aus den Untersuchungsregionen. Durch seine internationale Ausrichtung und Zusammenarbeit mit anderen Lehr- und Forschungseinrichtungen, insbesondere der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), trägt das IAMO zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Halle bei.
Wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen
Trotz großer Anstrengungen und vieler Erfolge liegt die agrar- und ernährungswirtschaftliche Entwicklung in den Staaten Mittel- und Osteuropas sowie Zentral- und Ostasiens noch weit hinter jener westlicher Industrienationen zurück und schlägt dabei teilweise eigene, sehr spezifische Entwicklungslinien ein. Zudem zeichnet sich ein enormes Entwicklungsgefälle zwischen erfolgreichen und stagnierenden Regionen innerhalb einzelner Länder und zwischen Ländern ab. Viele ländliche Regionen bieten nur wenige Erwerbsmöglichkeiten und sind teilweise von extremer Armut betroffen, mit der Konsequenz einer systematischen Migration und zunehmenden Überalterung der Bevölkerung. Diese Entwicklungen sind, nicht zuletzt bedingt durch wirtschaftspolitische und institutionelle Hemmnisse, die Folge eines unzureichenden agrarstrukturellen Wandels sowie unausgeschöpfter Produktivitäts- und Innovationsreserven in den Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Ferner funktionieren Produkt- und Faktormärkte häufig nur sehr eingeschränkt und die Koordination wirtschaftlicher Austauschbeziehungen bedarf umfangreicher Reorganisation. Zugleich gewinnen durch internationale politische und wirtschaftliche Integrationsprozesse globale Herausforderungen des Wettbewerbs, des Umweltschutzes und des technischen Fortschrittes für die mittel- und osteuropäischen Staaten sowie die östlich angrenzenden Transformationsländer immer mehr an Bedeutung. Von diesen Entwicklungen zentral betroffen sind auch die Land- und Ernährungswirtschaft sowie die Politik der sich erweiternden Europäischen Union.
Forschung und Wissenstransfer
Das Institut versteht sich als führendes internationales Kompetenzzentrum, das sich wissenschaftlich mit den drängenden wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft und in den ländlichen Räumen Mittel- und Osteuropas und der östlich angrenzenden Transformationsökonomien auseinandersetzt. Durch die Nutzung und die Weiterentwicklung neuerer ökonomischer Theorien und Forschungsmethoden leistet es einen maßgeblichen Beitrag zum Verständnis und zur Verbesserung von unternehmerischen Konzepten, Wettbewerbs- und Innovationsprozessen, strukturellem und institutionellem Wandel, der Entwicklung wirtschafts- und regionalpolitischer Maßnahmen sowie der Lebensumstände in ländlichen Regionen.
Das IAMO richtet seine Forschung nicht nur an die Wissenschaftsgemeinschaft, sondern auch an politische und ökonomische Entscheidungsträger sowie internationale Organisationen und die Öffentlichkeit. Die Forschungsergebnisse werden in anerkannten agrar- und volkswirtschaftlichen Fachzeitschriften publiziert und auf renommierten internationalen Wissenschaftskongressen diskutiert. Zugleich wird ein weiter Kreis von Interessenten durch das Internet, Fachzeitschriften, Tagespresse und Rundfunk informiert. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Forschungs- und Wissenstransfer in die Untersuchungsregionen. Die Forschungsaktivitäten des Institutes werden von namhaften nationalen und europäischen Institutionen der Forschungsförderung unterstützt und sind in nationale und internationale Forschungsnetzwerke eingebunden.
Effizienz und Qualitätssicherung
Die strategische Ausrichtung und das Forschungsmanagement des Institutes erfolgen unter Einbeziehung der Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in enger Zusammenarbeit mit dem international besetzten Wissenschaftlichen Beirat des IAMO. Strategische Steuerungsinstrumente erlauben bei größtmöglicher Forschungsfreiheit eine zielorientierte und eigenverantwortliche Arbeit in Projektgruppen. Gleichzeitig sorgen sie für eine klare, problemorientierte und auf die Adressaten ausgerichtete Schwerpunktsetzung des IAMO. Die Qualität seiner Arbeit und die Ergebnisse werden nach dem Selbstverständnis der Leibniz-Gemeinschaft durch regelmäßige interne und externe Evaluierung gesichert.
Durch eine effiziente Organisation stellt sich das IAMO dem nationalen und internationalen Forschungswettbewerb. Die zeitnahe Analyse der institutionellen, wirtschaftlichen und politischen Umbrüche verlangt dabei vom IAMO flexible und anpassungsfähige Strukturen. Flache Hierarchien bei besonderer Förderung selbständiger Forschung des wissenschaftlichen Nachwuchses unter systematischer Betreuung der Promovierenden stellen zentrale Prinzipen der Institutsarbeit dar.
Das IAMO schafft ein durch Kreativität und Wettbewerb getragenes Klima. Persönliche Integrität und Fairness im Umgang miteinander prägen die Arbeitsatmosphäre. Das Institut verwirklicht Chancengleichheit von Frauen und Männern und ergreift Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.


