01.07.10

Von IAMO-Wissenschaftlerin betreute Dissertation mit Thaerpreis ausgezeichnet

Dr. Insa Theesfeld betreute ausgezeichnete Dissertation von Christian Schleyer

Die an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) eingereichte Dissertation von Christian Schleyer zum Thema "Institutioneller Wandel von Meliorationssystemen" wird mit dem Albrecht-Daniel-Thaer-Förderpreis 2010 für herausragende Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Agrar-, Gartenbau- und Fischereiwissenschaften ausgezeichnet. Der Preis wird vom Verein Freunde und Förderer der Landwirtschaftlich - Gärtnerischen - Fakultät der Humboldt - Universität zu Berlin e.V. vergeben und am 9. Juli auf dem Sommerfest der Fakultät verliehen. Betreut hatten das Promotionsvorhaben Dr. Insa Theesfeld vom IAMO und Prof. Konrad Hagedorn von der HU.

In seiner Dissertation untersucht Schleyer die Funktionsfähigkeit und den Wandel formaler und informeller Regeln zur Wasserregulierung und der dazugehörigen Organisationsformen mittels einer komparativen Analyse von zwei Meliorationsgebieten in Ostdeutschland und Polen. Erstmals werden dabei integrierte Be- und Entwässerungssysteme in der kritischen Umbruchs- und Transformationsphase der Jahre 1989 bis 2005 behandelt. Die Ergebnisse seiner Arbeit stellen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung komplexer natürlich-technischer Ressourcensysteme dar.

Hintergrund ist: Landwirtschaftliche Be- und Entwässerungssysteme, sog. Meliorationssysteme spielen eine zentrale Rolle bei der Erhöhung der agrarischen Produktivität und der Sicherung der Lebensmittelversorgung. Eine übermäßige Be- und Entwässerung führt allerdings auch zu massiven Umweltschäden. Angesichts des komplexen Charakters von Meliorationssystemen, bei denen es sich um funktional interdependente natürlich-technische Systeme handelt, ist eine gemeinschaftliche Bewirtschaftung durch die regionalen Ressourcennutzer aufgrund des Netzwerkcharakters der Meliorationsinfrastruktur dringend geboten. Der hohe Wissensbedarf sowie die Abhängigkeit von externen Einflüssen (z.B. Niederschlägen) erfordern zudem eine räumlich wie zeitlich flexible Regelgestaltung sowie Organisationsformen, die in der Lage sind, diese Regeln zeitnah und gebietsspezifisch zu modifizieren und zu implementieren.


Christian Schleyer. (c) HU / Foto Stefan Aue