Die Landwirtschaft in den Ländern Mittel- und Osteuropas
steht seit den späten achtziger Jahren
unter einem erheblichen Anpassungsdruck. Der
Sektor musste sowohl auf sich ständig verändernde
politische Rahmenbedingungen und die Entstehung
von neuen Märkten reagieren als auch sich der Integration
in die Europäische Union und in den
Weltmarkt stellen. Ein Rückgang der Subventionszahlungen,
steigende Umweltstandards, erhöhte
gesellschaftliche Ansprüchen an die Lebensmittelsicherheit
und der fortschreitende Strukturwandel in
der Agrar- und Ernährungsindustrie und im Lebensmitteleinzelhandel
führten zu Veränderungen in den
landwirtschaftlichen Unternehmen. Der Druck auf
die Unternehmen führte neben betrieblichen Anpassungen
zu veränderten Anforderungen an die
Unternehmensführung. So vollzogen sich in den
vergangenen Jahren, überwiegend politikinduziert,
aber auch aus Effizienz- und Strategieüberlegungen,
zahlreiche Anpassungen in Organisation und
Management der Unternehmen, der Produktionsstruktur
und der Vermarktung. Diese Entwicklung
birgt gleichermaßen Gefahren als auch Chancen
und Entwicklungspotenziale für Unternehmen auf
allen Ebenen der Wertschöpfungskette.
Die Auswirkungen sich ändernder Rahmenbedingungen
auf den Agrarsektor und die Betriebsstrukturen
sind von hoher Aktualität. Es stellen sich insbesondere
Fragen nach Anpassungsreaktionen und
danach, welche veränderten Anforderungen an
Unternehmen und Management gestellt werden.
Welche Organisations- und Kooperationsformen
sind notwendig, um auch längerfristig im Markt zu
bestehen? Welche Effizienz- und Produktivitätspotenziale
können genutzt, wo finden sich Marktnischen
und besteht eine Nachfrage nach neuen
Produkten und Märkten? Welche Faktoren beeinflussen
die Politikgestaltung von Morgen?
Antworten auf diese und andere Fragen können
zum Erfolg und zur Stabilisierung landwirtschaftlicher
Unternehmen in den MOEL sowie deren
Nachbarländern beitragen. Das IAMO Forum 2006
möchte vor diesem Hintergrund Wissenschaftler,
Unternehmer und politische Entscheidungsträger
ansprechen, um die Herausforderungen und Strategien
für landwirtschaftliche Unternehmen und die
des vor- und nachgelagerten Bereiches sowie Politikszenarien
zu diskutieren. |